| Beschreibung : Am Ende des 19. Jh. war der belgische Architekt Victor
Horta (1861‐1947) einer der frühen Wegbereiter der stilistischen Revolution des Jugendstils, die gekennzeichnet
ist durch offene Grundrisse, die Lichtführung durch den Baukörper und die brillante Verbindung geschwungener
Dekorationslinien mit den tragenden Strukturen der Gebäude. Dabei kamen als neue Baumaterialien Stahl und Glas zum
Einsatz. Durch die rationelle Verwendung von Metallstrukturen, teils offen sichtbar, teils raffiniert verborgen, erschuf
Horta licht‐ und luftdurchflutete Wohnbereiche, unmittelbar angepasst an die Persönlichkeit und Bedürfnisse
ihrer Bewohner. Die ideenreichen Innenausstattungen sind geprägt von Schmuckmotiven, die nahtlos von den
Mosaik‐Fußböden zu den Wandmalereien übergehen und auch von Dekorationselementen aus Schmiedeeisen
und maßgefertigten Möbelstücken. Vier der von Victor Horta entworfenen Brüsseler Stadthäuser
wurden 2000 zu UNESCO‐Weltkulturerbe erklärt. Sie greifen die Traditionen großbürgerlicher
Stadthäuser und herrschaftlicher Privatvillen auf und vereinen Wohn‐ und Repräsentationsfunktionen, die eine
geschickte Organisation der verschiedenen Nutzungsbereiche und ihrer Erschließung erfordern. Dazu verwandte Horta den
Bautyp des Zweispänners, dessen zwei Teile über eine glasüberdachte, als Wintergarten nutzbare
Verkehrsfläche miteinander verbunden sind. Vor allem die Natur war eine wichtige Inspirationsquelle für den
Jugendstil, wie die großzügige Verwendung von Pflanzen‐ und Blumenmotiven und die vielen Vogeldarstellungen
zeigen. 1893 stellte Victor Horta das für Émile Tassel entworfene 'Tasselhaus' fertig. 130 Jahre später nennt
Brüssel sich 'Hauptstadt des Jugendstils' und widmet diesem Jahrestag ein vielfältiges Kulturprogramm. Die von
Iris Bruijns gestaltete Münze zeigt ein Detail der Fassade des 1895 für Baron Edmond van Eetvelde erbauten
Hauses, ein von Victor Horta gestalteter asymmetrischer Wanddekor über der Beletage. Oben wird zweizeilig der
Ausgabeanlass "ART NOUVEAU" (Jugendstil) genannt, mittig werden das Landeskürzel "BE" (Belgien) und darunter das
Ausgabejahr "2023" abgebildet. Links stellt eine Asterblüte vor einem Erlenmeyerkolben das belgische
Münzmeisterzeichen Giovanni Van de Veldes dar und darunter ein Hermesstab das Münzstättenzeichen
der niederländischen Prägeanstalt Koninklijke Nederlandse Munt in Houten. Rechts stehen die Initialen
"IB" der Designerin. |