| Beschreibung : Obwohl sich die Bevölkerung Luxemburgs nach dem Ersten
Weltkrieg im Referendum vom 28. September 1919 mit einer Mehrheit von über 60 % für einen
wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich ausgesprochen hatte, kam es zwei Jahre später zum Abschluss des Vertrags zur
Wirtschaftsunion mit Belgien, da sich Frankreich gegen eine wirtschaftliche Verbindung mit Luxemburg stellte. Eine der
wichtigsten Maßnahmen der Zollunion, abgekürzt UEBL, war die Kopplung des belgischen und des luxemburgischen Frankens.
Die Wechselkurse der beiden Währungen waren somit bis zu ihrer Ablösung durch den Euro im Jahr 2002 gleich. Der
Vertrag zur Gründung der UEBL wurde am 25. Juli 1921 in Brüssel unterzeichnet, trat am
22. Dezember 1922 in Kraft und wurde zu einem Vorläufer der Benelux‐Wirtschaftsunion. Ein neues
Abkommen, das darauf abzielt, die Bestimmungen des Vertrages mit denen der Europäischen Union in Einklang zu bringen,
wurde 2002 unterzeichnet und am 6. Januar 2005 im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht. Der neue Text
trägt auch der neuen Verteilung der Befugnisse im belgischen Bundesstaat Rechnung, indem er von den drei belgischen
Regionen mitunterzeichnet wurde. Er erweitert zudem den Umfang der belgisch‐luxemburgischen Zusammenarbeit über
das wirtschaftliche Ziel hinaus, indem er eine verstärkte Kooperation in internationalen Institutionen und die
Intensivierung der Beziehungen in den Bereichen Entwicklungshilfe, Verteidigung und Friedenssicherung vorsieht. Die erste
belgische 2‐Euro‐Gedenkmünze von 2005 war bereits der Belgisch‐Luxemburgischen Wirtschaftsunion gewidmet
(ursprünglich sogar als Gemeinschaftsausgabe mit Luxemburg geplant). Auch der Münzentwurf von Luc Luycx
von 2021 zeigt wieder die Porträts der Staatsoberhäupter beider Staaten, des mittlerweile regierenden belgischen
Königs Philippe (vorne) und des Großherzogs Henri von Luxemburg (hinten). Die oben abgebildeten Umrisse beider
Staaten sind mit den Kürzeln "BE" und "LUX" markiert. Der Ausgabeanlass wird in senkrechter Schriftanordnung auf
Englisch mit "ECONOMIC UNION" (Wirtschaftsunion) bezeichnet, unten stehen zweizeilig die Jahreszahlen "1921" und "2021"
und links davon ein Hermesstab als Münzstättenzeichen der niederländischen Prägeanstalt Koninklijke
Nederlandse Munt in Houten sowie das Wappen der Gemeinde Herzele als Münzmeisterzeichen Ingrid Van Herzeles.
Das Signet "LL" des Designers erscheint unten rechts. |